Interesse, Fragen, Beratungsbedarf?
Rufen Sie uns an: 0221.202 37-0

Jetzt Mitglied werden

Aufgespießt

Starke Stücke

Streit um Hähne

Zitz, seit 2001 ein Ortsteil der Gemeinde Rosenau im Landkreis Potsdam-Mittelmark im äußersten Westen des Landes Brandenburg, zählt weniger als 300 Einwohner. Glaubt man dem 1981 gegründeten Geflügelzüchterverein, kommt auf jeden Einwohner mindestens ein Hahn.

Über einige dieser Hähne gerieten zwei Nachbarn aneinander. Dem Nachbarn waren die Hähne auf dem Grundstück des Züchters Reno Nerling einfach zu laut. Nach jahrelangem Streit zog der Nachbar vor Gericht. Die Tiere sollten nur noch mit einer Lautstärke von 55 Dezibel krähen. Maximal zwei Hähne sollten sich gleichzeitig im Freien aufhalten dürfen.

Im Oktober einigten sich die Streithähne nun auf einen Vergleich. Der Züchter darf zukünftig nur noch sechs statt acht Hähne halten. Die Tiere dürfen nur noch von 8.00 bis 20.00 Uhr ins Freie. An Sonn- und Feiertagen müssen sie im Stall bleiben.

Übrigens: Zitz ist bekannt für seinen alljährlichen Hahnenschrei-Wettbewerb, der seit 35 Jahren durchgeführt wird. Der soll auch zukünftig stattfinden.


Wohnboxen für Obdachlose

Sven Lüdecke baut Wohnboxen mit Rollen. 2,40 Meter lang, 1,60 Meter hoch und 1,40 Meter breit. Komplett ausgestattet mit Teppich, Fenster, einem kleinen Tischchen, einer Matratze verschenkt er sie an Obdachlose.

Eine Woche braucht er, um eine Wohnbox zu bauen, zu streichen und auszustatten. 1.000 Euro Kosten hat er, bis eine Box an ihrem Bestimmungsplatz steht. An passenden Abstellplätzen mangelt es noch. Im öffentlichen Raum ist das „undenkbar“, heißt es seitens der Stadt Köln. Also sucht er nach Privatgrundstücken. Die Kölner Messe hat ihm bereits zwei Stellplätze zur Verfügung gestellt.

Auf die Idee hat ihn ein Bericht in der Sendung Galileo gebracht. Da wurde ein Mann vorgestellt, der ihn New York 400 Wohnkisten für Obdachlose aus Sperrmüll zimmerte.


Checkpoint Ali in Neuperlach

Mauern schotten ab. Je höher sie sind, umso mehr. Vier Meter hoch ist die Mauer, die Anwohner eines neuen Flüchtlingsheims in München-Neuperlach erstritten. Offizielle Begründung: Lärmschutz. Auf der Seite der Neuperlacher Bewohner versteckt sich die Mauer hinter Obstbäumen, Büschen und Gartenhäuschen. Der Blick aus der Flüchtlingsunterkunft, in die demnächst 160 Flüchtlinge ziehen, ist trist. Die Flüchtlinge sind regelrecht abgeschottet.

Künstler des Bündnisses Bellevue di Monaco haben am 9. November einen symbolischen Grenzübergang zwischen dem Wohnheim und dem Rest des Stadtviertels errichtet. „Checkpoint Ali“ nannten sie den Grenzposten in Anspielung an den Checkpoint Charlie, einst ein Übergang vom freien in das unfreie Berlin. Die Künstler verbanden ihre Aktion mit einer klaren Botschaft: „Die freie Seite ist da, wo die Unterkunft ist, und ihr mauert euch sprichwörtlich ein und macht euch unfrei.“


Klein-Hannover in China

Die zentralen Plätze sind nach berühmten Hannoveranern wie dem Avantgardekünstler Kurt Schwitters, dem Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz und dem Keksfabrikant Hermann Bahlsen benannt. Backsteinhäuser im norddeutschen Stil flankieren die Hannoversche Straße. Es gibt ein „Deutsch“-Restaurant und eine Kaffeemanufaktur. Changde, die chinesische Sechs-Millionen-Metropole, hat für rund 370 Millionen Euro ein Stück norddeutsche Idylle in die Stadt gebracht.

Chinesische Investoren versuchen immer wieder, das europäische Lebensgefühl in die Volksrepublik zu bringen. Seit fast zehn Jahren gibt es in der Nähe von Shanghai ein Projekt, das an Paris, inklusive eines Nachbaus des Eiffelturms, erinnert. Die Thames Town, ebenfalls in der Nähe von Shanghai, ist der Architektur in Großbritannien nachempfunden. Hallstatt, ein malerisches Dorf im österreichischen Salzkammergut, diente als Vorbild für ein neues Luxus- und Touristenviertel in der südchinesischen Stadt Boluo. 

 

Arbeitsverbot für Pornostar

Eine in der Szene bekannte 24-jährige Porno-Darstellerin darf zukünftig nicht mehr als Webcam-Girl in ihrem Haus in Ampfing (Oberbayern) arbeiten. Das Verwaltungsgericht München urteilte, dass „die Tätigkeit in nicht unerheblichem zeitlichen Umfang stattfindet und dem am Wohnort angemeldeten Gewerbe der Darstellerin, also der dauerhaften und regelmäßigen Erwerbstätigkeit, dient“. Dies kollidiere mit dem Baurecht, das für das Gebiet nur eine Wohnnutzung vorsieht.

Das Landratsamt Mühldorf am Inn hatte zuvor einen offiziellen Antrag auf Nutzungsänderung abgelehnt und der Darstellerin unter Androhung eines Zwangsgeldes von 2.000 Euro verboten, in dem Haus eine gewerbliche Tätigkeit auszuüben. Natalie Hot, so der Künstlername, hatte gegen diesen Bescheid geklagt und dies damit begründet, ihre Arbeit sei mit Telearbeit oder Homeoffice vergleichbar und benötige daher keine Gewerbegenehmigung.


Gläserner Mieter

Es war als Gag gedacht. Dass daraus eine Aktion gegen die studentische Wohnungsnot in München wurde, damit hatte Lukas Rauch (24) wohl nicht gerechnet. Sein auf einer Internetplattform für 65 Euro angebotenes WG-Zimmer mit einem Quadratmeter machte Schlagzeilen. Schon eine Minute nachdem das Inserat online ging, meldete sich der erste Interessent. Ein Dutzend ernstgemeinter Anfragen lagen nach kurzer Zeit vor. Die meisten Interessenten, die sich gemeldet haben, haben das Inserat offensichtlich nicht einmal richtig durchgelesen, erklärte Rauch in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Er vermutet allerdings, dass es in München Studenten gibt, die aus Verzweiflung erst einmal auf einer Isomatte im Flur übernachten würden, um einfach irgendwo unterzukommen, und sich so auf jedes Inserat meldeten. Lukas Rauch hat selbst über ein Jahr lang nach einer Wohnung gesucht.


WG-Zimmer mit einem Quadratmeter

Von heute auf morgen stand ein 81-jähriger Mieter plötzlich auf der Straße. Während seiner Abwesenheit hatte der Hausmeister kurzerhand das Schloss ausgetauscht. Grund: Der Mieter habe die Wohnung gekündigt und gleichzeitig auch auf die eingezahlte Mietkaution verzichtet.

Der Rentner kann sich das zunächst nicht erklären. Nach vielem Nachdenken fällt ihm ein, dass vor ein paar Wochen zwei Frauen plötzlich vor seiner Haustüre standen. Er wolle die Wohnung kündigen, hätten sie gehört. Schließlich unterschrieb er den Beiden zwei Blanko-Zettel. Sie würden bescheinigen, dass er nicht kündigen wolle.

Die Polizei glaubt nicht an die Rechtmäßigkeit der Kündigung. Sie ermittelt wegen Betrugsverdacht. Da es keinen Räumungsbeschluss gebe, stoppten die Polizisten die Entrümplungsarbeiten. In seine eigene Wohnung kommt der 81-Jährige dennoch nicht rein. Das wäre Hausfriedensbruch, sagt die Polizei. Vorerst kommt der nun Obdachlose bei einer Bekannten unter. Wie es weiter geht, ist noch nicht bekannt.