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Aufgespießt

Starke Stücke

Goldfassade verschafft Aufmerksamkeit

Das hat funktioniert. Die goldene Fassade sorgt für Gesprächsstoff. Der sozial schwache Hamburger Stadtteil „Veddel“ steht plötzlich im Fokus. Der Hamburger Künstler Boran Burchhardt hat Mitte Juli sein umstrittenes Kunstprojekt „Veddel vergolden“ beendet.

Der Künstler sieht in dem Quartier einen Vorzeige-Stadtteil. Seit Jahrzehnten wohnen hier 70 Nationen friedlich zusammen. Mit dem Projekt hat der Künstler dafür gesorgt, dass darüber gesprochen wird. Es hat allerdings auch viele Proteste gegeben. Die Hamburger Kulturbehörde stellte für das Vorhaben 85.000 Euro zur Verfügung. Das Geld hätte man für andere Dinge brauchen können, sagen die Kritiker. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Saga GWG, Eigentümerin des Gebäudes, hatte der Aktion zugestimmt. „Kunst und Kultur bringen Menschen zusammen, regen zu Diskussionen an und stärken die Identifikation mit dem Quartier“, ließ die Saga verlauten.

Nicht ganz so teuer war die Protestaktion des Münchner Künstlers Nabil Henid. Der protestierte mit einem vergoldeten Zimmer gegen die Wohnungsnot in der bayerischen Metropole. Doch er begnügte sich damit, dass Zimmer selbst und alle Möbel mit goldglänzender Folie einzuwickeln. Am Eingang hing eine fiktive Wohnungsanzeige, in der das 17 Quadratmeter kleine Zimmer für schlappe 1.150 Euro Kaltmiete angeboten wurde – mit vierteljährlich steigender Miete. Haustiere, Raucher, alte Menschen, Kinder und Studenten seien ebenso unerwünscht wie Musik und Lebensfreude.

Jubiläum: 25 Jahre besetzt

Mit viel Ironie und einer Ausstellung feierten die Bewohner des Hauses Kastanienallee 77 in Berlin das 25. Jubiläum der Besetzung des Hauses. „Luxus Townhouse mit Urban City Landhaus Charme“ steht auf einem riesigen Verkaufsplakat an dem Wohnhaus im angesagten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Doch für Immobilienhaie ist hier nichts zu holen. Aus dem einst besetzten Haus ist mittlerweile ein gemeinschaftliches Wohnprojekt geworden. Mit dem Plakat und einer Ausstellung demonstrieren die Bewohner gegen die Gentrifizierung in ihrem Stadtviertel.

Stopp im 6. bis 8. Stockwerk

Chongqing in China zählt fast 50 Millionen Einwohner. Plätze für Neubauten sind Mangelware. Die Stadt ist von Hügeln umgeben. Bereits im Jahr 2005 kamen die Architekten deshalb auf die skurrile Idee, nicht nur ein 19-stöckiges Wohnhaus zu bauen, sondern darin auch gleichzeitig die Haltestelle für die Linie 2 der Stadtbahn unterzubringen. Muss doch schrecklich laut sein für die Bewohner? Doch die winken offiziell ab. Die Geräusche der Züge seien mit dem Lärm einer Spülmaschine vergleichbar, zitiert die britische „Daily Mail“ die Bewohner. In der lokalen Zeitung „Chongqing Evening News“ sagt eine Anwohnerin, dass die Autos auf der Straße lauter zu hören seien. Ob das wirklich alle Bewohner so sehen?

 

 

Facebook baut Dorf

Der Social-Media-Konzern Facebook hat in den vergangenen Jahren viel dazu beigetragen, die Welt zu einem globalen Dorf zu machen. Jetzt baut Facebook-Gründer Mark Zuckerberg neben dem Firmensitz ein neues Dorf mit 1.500 Wohnungen für seine Beschäftigten. Neben Wohnungen sollen dort auch Geschäfte, eine Apotheke, Büros und ein öffentlicher Platz entstehen.

Dafür gibt es einen ganz profanen Grund: Viele Menschen, auch die Facebook-Mitarbeiter, können sich die Mieten im Silicon Valley nicht mehr leisten. In Menlo Park kostet eine Zweizimmerwohnung monatlich durchschnittlich 3.900 Dollar, dreimal so viel wie 2011, ein Haus im Durchschnitt knapp 900.000 Dollar. Die Preise für die Wohnungen im neuen Dorf sollen 15 Prozent unter dem derzeitigen Marktpreis angeboten werden.

Facebook ist bislang die einzige Firma, die eine eigene Siedlung bauen will. Aber auch andere reagieren auf die horrenden Wohnkosten. Apple will die Stadt Cupertino im Kampf um die Wohnungsnot mit fünf Millionen Dollar unterstützen. Google plant mit 30 Millionen Dollar 300 Wohnungen an seinem Firmensitz in Mountain View zu bauen.

Die Farbe muss weg

Im seit einigen Monaten andauernden Streit um den bunten Anstrich eines Hauses in Hayingen auf der Schwäbischen Alb hat das zuständige Landratsamt jetzt ein Machtwort gesprochen. Die Behörde in Reutlingen fordert den Eigentümer auf, den Farbanstrich zu beseitigen und durch einen Neuanstrich zu ersetzen. Die rot-, gelb- und orangefarbene Bemalung widerspreche der Landesbauordnung, nach der bei der Gestaltung von baulichen Anlagen auf Kulturdenkmale und auf die erhaltenswerte Eigenart der Umgebung Rücksicht zu nehmen ist. Der Besitzer kann jedoch gegen die Entscheidung des Landratsamtes Widerspruch einlegen.