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Aufgespießt

Starke Stücke

Teures „Örtchen“

Die falsch angeschlossene Abwasserleitung eines Toilettenhäuschens in Marburg kommt der Stadt teuer zu stehen. Zu den Baukosten aus dem Jahr 2013 kommen nun weitere Kosten dazu. Das WC kostete beim Bau 2013 inklusive Außenanlage 175.000 Euro. Für die Reparatur einer falsch angeschlossenen Entwässerungsleitung – Schmutzwasser lief über drei Jahre in die Lahn - hatte die Stadt im Haushalt 2017 bereits 50.000 Euro bereitgestellt. Dieses Jahr müssen noch einmal 20.000 Euro zugeschossen werden. Wer den Pfusch letztendlich bezahlt, wird nun vor Gericht geklärt.

Banksy verziert Uhr mit Ratte

Der britische Street-Art-Künstler Banksy ist wieder in New York unterwegs. An der Fassade eines zum Abriss bestimmten Gebäudes im Süden Manhattans tauchte eines seiner bekannten Bilder einer Ratte auf, die im Ziffernblatt einer Uhr an der Hauswand zu rennen scheint. Die Uhr selbst ist Teil der Fassade. Das einstöckige Gebäude soll einem 13 Stockwerk hohen Wohnungsbau weichen. Über die Identität des Street-Art-Künstlers wird viel spekuliert. Wandstücke mit seinen Graffitis erzielen mehr als 100.000 Dollar. Die Ratte ist bereits in früheren Kunstwerken Banksys aufgetaucht. Laut US-Medien könnte mit dem neuen Kunstwerk etwa ein „Rat Race“ gemeint sein, wörtlich ein Rennen unter Ratten, was im übertragenen Sinn für „Hamsterrad“ oder einen gnadenlosen Konkurrenzkampf steht (Kapitalismuskritik).

Maklerabzocke

Ein Mieter, der seine Rechte kannte, und der Mieterverein Stuttgart vereitelten den Versuch eines Maklers, Wohnungssuchende mit Hilfe eines sogenannten „Reservierungsformulars“ abzuzocken. Interessenten sollten nach der Wohnungsbesichtigung das Formular unterzeichnen und 395 Euro beifügen. Der Makler versprach seinerseits, dass er „die Wohnung für die Dauer von acht Tagen keinem anderen Interessenten anbieten“ werde. Der Mieterverein forderte vom Makler eine Erklärung, diese Form der Abzocke zu unterlassen. Das zuständige Ordnungsamt verhängte zudem ein Bußgeld.

Esel-Taxi

Susanne Murer (53), Ortsvorsteherin von Mörsbach, will zukünftig einen besonders umweltfreundlichen Taxi-Dienst einführen: Das Esel-Taxi. Die Kutsche für das Esel-Taxi hat ihr Ehemann schon besorgt. Nach den Poitou-Eseln sucht sie noch. Das Taxi soll nach den Vorstellungen der Grünen-Politikerin zukünftig zwischen Mörsbach (1.060 Einwohner) und dem Zentrum von Zweibrücken verkehren. Auch eine Anbindung an Homburg (Saar) ist geplant.

Bild am Sonntag verriet sie, dass sie mit zwei Eseln starten will – einem Männchen und einem Weibchen. „Die Tiere kosten ja Geld, deswegen wollen wir selbst in die Zucht einsteigen“, so die zukünftige Taxi-Unternehmerin.

Neuer Käufer für Alwine gefunden

Für das Süd-Brandenburger Dorf Alwine ist ein neuer Käufer gefunden worden. Der neue Kaufvertrag ist unterschrieben und der Kaufpreis in Höhe von 120.000 Euro bezahlt, heißt es aus dem Auktionshaus, das das Dorf im Dezember vergangenen Jahres versteigerte.

Der Erstersteigerer, der bei einem Angebot von 140.000 Euro den Zuschlag erhalten hat, zog sich nach einer Besichtigung der ersteigerten Immobilie zurück. Als Begründung gab er an, dass er „nicht geschäftsfähig“ sei.

Die Situation hatte sich weiter verschlechtert. Der Orkan „Friederike“ hinterließ seine Spuren und deckte unter anderem Dächer ab. Die Gemeinde dachte darüber nach, alle Bewohner von Alwine in einen leer stehenden Wohnungsblock in der Umgebung umzuquartieren. Doch die hielten davon nichts.

Der neue Besitzer will jetzt schnell handeln. Über das weitere Vorgehen will er sich zunächst mit der Gemeinde und den Behörden abstimmen. Die Bauarbeiten könnten dann bereits in diesem Jahr beginnen.

Die kleine Siedlung Alwine mit mehreren maroden Häusern und 15 Einwohnern war weltweit in die Schlagzeilen geraten. Auch die MieterZeitung berichtete von der bevorstehenden Versteigerung.

Die Ankündigung Ende Januar vom Rücktritt des ersten Investors hatte die Bewohner ratlos zurückgelassen. Sie hatten gehofft, dass sich die einstige Bergmannsiedlung noch retten lässt.

Ex-Minister Krause muss ausziehen

Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) und seine Frau mussten bis zum 10. April ein von ihnen im April 2017 erworbenes Haus in Fincken an der mecklenburgischen Seenplatte räumen. Sie hatten den Kaufpreis in Höhe von 459.000 Euro nicht bis zum 27. März 2018, wie in einem am Landgericht Neubrandenburg Vergleich vereinbart, bezahlt.

Außerdem müssen sie Möbel im Wert von 10.000 Euro an die alten Besitzer zurückgeben. Die Krauses hatten das Haus gekauft und waren im April 2017 dann eingezogen. Der Kaufpreis war trotz wiederholter Beteuerungen seitens des Ex-Ministers nie gezahlt worden. „Ich bin schrecklich enttäuscht vom Ex-Minister“, sagte die Klägerin.

Günther Krause hatte als Verhandlungsführer der DDR den Einigungsvertrag mit der Bundesregierung ausgehandelt. Er war dann von Kanzler Helmut Kohl als Verkehrsminister ins Bundeskabinett berufen worden. 1993 trat er nach verschiedenen Affären als Verkehrsminister zurück. Im 2001 leistete er einen Offenbarungseid. Der Bundesgerichtshof verurteilte ihn im März 2009 zu einer Haftstrafe von 14 Monaten auf Bewährung, wegen einer millionenschweren Insolvenzverschleppung seiner Firma Aufbau Invest.

Kostenlos wohnen

Die Studentin Marit Meinhold wohnt seit dem Herbst letzten Jahres kostenlos in einem Apartment der Seniorenresidenz „Tertianum“. Ein Jahr lang läuft der Vertrag für eine Wohnung in der Innenstadt, für die sie laut Tertianum normalerweise 2.800 Euro zahlen würde – inklusive Kulturprogramm, Pförtner und Drei-Gänge-Menü.

Im Gegenzug verbringt die Studentin rund 20 Stunden pro Monat mit den Bewohnern. Die schätzen die Begegnungen mit der jungen Frau etwa beim Mittagessen oder bei gemeinsamen Veranstaltungen.

„Hinz & Kunzt“ feiert

Das Hamburger Straßenmagazin „Hinz & Kunzt“ hat im Februar die 300. Ausgabe zum Kauf angeboten. Das Magazin erscheint in einer Auflage von knapp 700.000 und wird von 530 Obdachlosen auf Hamburgs Straßen und Plätzen verkauft. Von dem Preis von 2,20 Euro dürfen die Obdachlosen die Hälfte behalten. Produziert wird das Blatt von professionellen Journalisten. Seit seinem Start im Jahr 1993 ist „Hinz & Kunzt“ zu einer wichtigen sozialen Stimme in der Hansestadt geworden.