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Aufgespießt

Starke Stücke

Bloon – Wohnen in der Kunststoffblase

Ende Juli testeten Architekturstudenten in Bochum ein von ihnen entwickeltes neues Wohnkonzept – die Kunststoff-Wohnblase. Die ist eingeklemmt zwischen zwei Hauswänden und steht auf einer Telefonzelle, die zugleich Eingang, Treppenhaus und Badezimmer ist. Der Kugelraum besteht aus lichtdurchlässigen Wänden (Polyurethan) und einem „hüpfburgartigen“ Boden. Die Einrichtung ist spartanisch. Eine Küche gibt es nicht. Mittelpunkt ist eine große Matratze, auf der alles stattfindet.

Anderthalb Jahre haben David Keuer, der die Idee dazu hatte, und 19 andere Studenten an der Umsetzung gearbeitet. Mehrere 10.000 Euro kostete das Experiment. Der größte Teil davon kam aus einem Förderprogramm für neue Ideen für städtisches Zusammenleben des internationalen Chemieunternehmens Akzo Nobel.

Zum Wohnen zu teuer

Apple, Google oder Facebook haben nicht nur ihre Gründer und Eigentümer reich gemacht, sondern auch vielen ihrer Mitarbeiter zum großen Wohlstand verholfen. Gut mitverdient haben auch die Städte und Regionen, in denen sie angesiedelt sind. Doch die vielen Reichen und Wohlhabenden haben nicht zuletzt dafür gesorgt, dass die Lebenshaltungskosten dramatisch gestiegen sind. Vor allem das Wohnen ist für viele Normalverdiener unbezahlbar geworden.

Normalverdiener sind in diesen Städten Haushalte mit einem Einkommen von 150.000 bis 250.000 Dollar im Jahr.

Palo Alto in Kalifornien (USA) ist eine dieser Städte, die sich Normalverdiener kaum noch leisten können. In der Stadt, in der Mark Zuckerberg (Facebook) und Marissa Mayer (Yahoo) leben, in der Steve Jobs (Apple) bis zu seinem Tode gewohnt hat, will der Stadtrat nun für diese Mittelschicht Sozialwohnungen bauen.

In Mountain View, der Heimat von Google und Linkedin, hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die für eine Mietpreisbremse kämpft. Um fast 40 Prozent ist die durchschnittliche Miete in der Stadt mit knapp 75.000 Einwohnern und 70 Kilometer südlich von San Francisco in nur vier Jahren gestiegen. 7.000 Unterschriften hat die Initiative zuletzt abgeliefert und damit die notwendige Schwelle für einen Bürgerentscheid von knapp 4.700 Stimmen klar überschritten. Die Initiative will, dass die Mieten zukünftig an einen Inflationsindex geknüpft werden sollen und nur um rund zwei bis drei Prozent im Jahr erhöht werden dürfen. Es soll außerdem schwieriger werden, Mieter zur Räumung ihrer Wohnung zu zwingen.

Auch andere Kommunen aus dem Silicon Valley bereiten derzeit Mietregulierungen vor.

 

Mieter revoltieren gegen Wandgemälde

Ein Fassadenkunstwerk des spanischen Künstlers Borondo sorgt in Berlin-Tegel für heftige Diskussionen und Reaktionen. Die Mieter vor Ort sprechen von einer „depressiven Stimmung“ und einem „negativen Einfluss“, der von dem Bild ausgehe. Das Mädchen auf dem Kunstwerk sei blutüberströmt und stehe in seiner Blutlache. „Schnell übermalen“, fordern deshalb viele Bewohner.

Das 42 Meter hohe Bild zeigt ein kleines Mädchen, das durch ein Loch in einer Mauer schaut. Es sieht einen an einem Baum gebundenen Mann, der von Pfeilen getroffen ist.

Der Künstler bezieht sich nach eigenen Angaben zufolge auf den Heiligen Sebastian, den dieses Schicksal ereilte, es aber überlebte. „Die Mauer steht für das heutige Europa, das unsere Kinder vor dem fernhält, was in Ländern passiert, die gar nicht weit entfernt sind“, schreibt der Künstler. Sein Aufruf lautet: „Lass uns offen sein. Hören wir auf, uns das Drama von der sicheren Seite anzuschauen. Willkommen Flüchtlinge.“

Das Werk ist Teil des Kunstprojektes „Artpark Tegel“. Von den geplanten sieben Werken von Straßenkünstlern des Projektes „Urban Nation“ sind bereits fünf umgesetzt. Im Herbst sollen alle Arbeiten fertig sein. Dann will man mit den Bewohnern ein Fazit ziehen. Auftraggeber ist die Berliner Wohnungsgesellschaft Gewobag.

 

Keine Einigung

Im skurrilen Streit um einen Maschendrahtzaun mitten auf einem Sportplatz im Klötzer Stadtteil Kusey (Sachsen), über den die MieterZeitung in der letzten Ausgabe berichtete, gibt es keine Einigung. Nun soll auf einem Teil ein Bolzplatz entstehen.

Der seit Jahren schwelende Streit hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, als der Landwirt auf dem Sportplatz einen Zaun aufstellte, nachdem er einen Teil der mehreren Eigentümern gehörenden Fläche gekauft hatte.


Partygäste zerstören Villa

Für den Besitzer einer 20-Millionen-Dollar-Villa in den Hamptons war die Vermietung über das Internetportal Airbnb kein gutes Geschäft – auch wenn er pro Nacht 5.090 Dollar (4.300 Euro) verlangte. Der Mieter, ein Hedgefonds-Manager, feierte darin eine Riesenparty mit tausenden Gästen. Die, so der Besitzer, seien in das Haus eingebrochen, hätten Möbel zerstört und Kunst gestohlen. Der Beton am Pool sei aufgrund der Menschenmasse zerbröselt. Folge: Der Besitzer verklagt den Mieter nun auf eine Million Dollar Schadenersatz (rund 900.000 Euro).

Airbnb bereitete auch einer jungen Britin Albträume. Kaum war sie zum Studium nach Durham gezogen, richtete ihre Mutter das Zimmer neu ein und bot es bei Airbnb als Ferienunterkunft an. Als die junge Frau Weihnachten nach Hause kam, war ihr Zimmer an ein italienisches Paar vermietet.